Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung: Die Kita inklusiv leitenIntensivfortbildung für Leitungen von Kindertageseinrichtungen

„Inklusion ist das Gegenteil von Exklusion. Inklusion erfordert konstante Wachsamkeit, um ausgrenzende Kräfte in der Bildung und Erziehung, in der Gesellschaft und vor allem in uns selbst zu widerstehen.“
Tony Booth 2010

Das Zitat von Tony Booth macht deutlich, dass Inklusion auf mehreren Ebenen gleichzeitig ansetzen muss. Sowohl auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene muss Veränderungsbedarf zunächst erkannt werden, um dann konkrete Veränderungen umsetzen zu können.
Das ist ein hoher Anspruch, zumal sich Inklusion in dem weit gefassten Verständnis der Vereinten Nationen  nicht nur auf die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung beschränkt, sondern alle Kinder einbezieht. Jeglicher Ausschluss von Kindern soll unterbunden werden. Alle Barrieren sollen abgebaut werden, die Kinder am Lernen hindern können- so die Vision.

Doch wie sieht die Praxis tatsächlich aus?

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Fachberatung für Inklusion, Zusammenarbeit mit Familien und Sprache/Kommunikation habe ich unterschiedliche Kindertagesstätten auf ihrer eigenen individuellen Inklusionsreise begleitet. In den Einrichtungen habe ich ein hohes Engagement und Umsetzungswillen erlebt, bin aber auch auf Widerstände und Ablehnung gestoßen. Vielfach äußerten Leitungskräfte den Wunsch, sich im Hinblick auf Inklusion zu qualifizieren.

Doch fachliche Qualifikationen speziell für Leitungskräfte sind kaum zu finden.
Dieses ist umso bedauerlicher, da die Leitung eine Schlüsselposition im Prozess der Implementierung inne hat. Sie können Prozesse in Gang setzen, fördern oder blockieren.

Ohne Leitung geht nichts!!

Fragen, die sich Leiter*innen im inklusiven Prozess stellen müssen:
  • Welche konkreten Aufgaben erwarten mich?
  • Welche Kompetenzen brauche ich?
  • Was bedeuten die Veränderungsprozesse auf struktureller, institutioneller und pädagogisch-fachlicher Ebene für meine Leitungstätigkeit?

Diesen Fragen wird in der Intensivfortbildung nachgegangen.

Sie folgt den Erkenntnissen der Anti-Bias Arbeit für die pädagogische Praxis mit Kindern zwischen 0 und 10 Jahren von Louise Derman-Sparks und ihren Kolleg*innen, die Ende der 1980er Jahre in den USA entwickelt wurden. Diese sind vom Institut für den Situationsansatz im Rahmen der Kinderwelten Projekte (2000-2010) als Ansatz Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung für Deutschland adaptiert und weiterentwickelt worden.

Ziele der Intensivfortbildung

Die Intensivfortbildung umfasst eine Einführung in Grundlagen und Praxis Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung.
Erforderliche Leitungskompetenzen für die inklusive Prozessbegleitung werden verdeutlicht und verstärkt.
Am Ende verfügen die Teilnehmer*innen über ein  Handlungskonzept für Inklusion als Leitungsaufgabe.

Dieses beinhaltet:

  • die Erweiterung des Wissens
  • die systematische Reflexion der eigenen sozialen Identitäten
  • die Überprüfung des Zusammenhangs zwischen sozialer Identität und aktuellem pädagogischem Handeln
  • die Erweiterung von Handlungskompetenzen in der pädagogischen Praxis mit Kindern
  • die Vermittlung von Methoden für die erwachsenenpädagogische Arbeit mit dem Team

Ablauf der Intensivfortbildung

5 Blöcke a 2 Seminartage + 1 Verstetigungstag
Jeder Block umfasst einen inhaltlichen Schwerpunkt entlang der vier Ziele
Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung.
Vorgesehen sind Seminarsequenzen zu:

  • Wissensvermittlung
  • Erfahrungsaustausch
  • Selbst-und Praxisreflexion
  • Transfer in die Leitungspraxis

Der Praxistransfer erfolgt zwischen den jeweiligen Seminarblöcken. Die Teilnehmer*innen arbeiten an Praxisaufgaben, die im nächsten Seminarblock ausgewertet und reflektiert werden.
Der Abstand zwischen den einzelnen Blöcken beträgt ca. 4-6 Wochen.
Der Verstetigungstag findet 3 Monate nach dem letzten Block statt.
Die Intensivfortbildung dauert mit Verstetigungstag ca. 8 Monate.

Kursort:

nach individueller Absprache

Anzahl der Teilnehmer*innen:

10-12 Teilnehmer*innen
Bewusst kleine Teilnehmer*innenzahl , für einen intensiven Austausch und individuelle Begleitung.

Voraussetzungen:

Die Teilnehmer*innen erklären ihre verbindliche Teilnahme an den Seminarblöcken sowie die Umsetzung und Dokumentation der Praxisaufgaben. Daneben wird von den Teilnehmer*innen erwartet, sich auf Lernprozesse einzulassen und sowohl ihre eigene soziale Identität, als auch die Verstrickung in gesellschaftliche Machtverhältnisse selbstkritisch zu reflektieren.

Kosten: Preis
Komplettpreis für Träger (10-12 Teilnehmer) 5400 €

Die Rechnungsstellung über den Gesamtbetrag erfolgt 4 Wochen vor Beginn des ersten Blocks.
Bei Interesse kontaktieren Sie mich über Email oder rufen Sie mich an.

Inhaltliche Schwerpunkte der einzelnen Blöcke

Block I

Einführung in den Ansatz Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung (VBuE)
  • Ziele des Ansatzes Vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung für Kinder, das Team und die Leitung
  • Unterschiede zwischen Inklusion und interkultureller Pädagogik
  • Qualifikationsanforderungen und Kompetenzen für Leitungen im Inklusionsprozess
  • Erfahrungen und Wirkungen von Zuschreibungen und Etikettierungen

Block II

Ziel 1:
Identitäten stärken und das Verhältnis zu Macht und Verantwortung reflektieren
  • Die Arbeit mit dem Team
  • Verhältnis zu Macht und Verantwortung als Leitung klären
  • Eigene Identitäten und Familienkulturen erforschen
  • Die kindliche Identitätsentwicklung
  • Kindliche Identitäten stärken

Block III

Ziel 2:
Unterschiede zum Thema machen- Erfahrungen mit Vielfalt ermöglichen
  • Umgang mit Unterschieden
  • Bedeutung der Lernumgebung
  • Vielfalt in der Kita erlebbar machen

Block IV

Ziel 3:
Kritisches Denken über Gerechtigkeit und Fairness anregen
  • Pädagogisches Leitungshandeln kritisch reflektieren
  • Widerstände und Abwehrstrategien im Team
  • Inklusive Sprache
  • Individuelle Rolle innerhalb gesellschaftlicher Machtverhältnisse

Block V

Ziel 4:
Aktiv gegen Unrecht und Diskriminierung werden
  • Interventionsstrategien bei Einseitigkeiten und Diskriminierung
  • Prinzip der „Partnerschaftlichen Konfliktklärung“
  • Implementierung der Fortbildungsinhalte in die Einrichtung

Verstetigungstag

Die Inhalte werden individuell mit den Teilnehmer*innen abgesprochen.

Termine:
Die Kita inklusiv leitenVorurteilsbewusste Bildung und Erziehung

nach individueller Absprache